Long hand-drawn illustration by Bastian Lee Jones combining airplanes, sailing ships, Bali, architecture, landscapes, music, travel and other recurring interests from his life.
Childhood collage of Bastian Lee Jones showing him as a baby, with a camera, with LEGO constructions, drawing and appearing in early modelling and stage settings, alongside a classical piano cassette representing his earliest connection to music.
Young Bastian Lee Jones smiling while seated at a Wersi organ during childhood.
Bastian Lee Jones holding his historic Schöneberger Sängerknaben choir card in front of a Berlin Buddy Bear.
Bastian Lee Jones with former Schöneberger Sängerknaben during an appearance at URANIA in Berlin.
Bastian Lee Jones singing with former Schöneberger Sängerknaben during a Berlin Medley performance at URANIA.
Bastian Lee Jones performing with former Schöneberger Sängerknaben at URANIA in Berlin.

Von 1984 bis 1988 arbeiteten die Schöneberger Sängerknaben in einem klar professionellen Rhythmus.

Die Proben fanden montagabends im Rathaus Friedenau im Breslauer Saal statt. Ich sang zweiten Alt, die tiefste Stimme meiner Stimmgruppe.

Am Ende der Proben wurden die Jungs für kommende Auftritte eingeteilt. Gewöhnlich waren es 35 Jungs, die für einen regulären Auftritt eingeteilt wurden.

Die Gagen waren gut und echt. Hotel Auftritte, Opernauftritte, Plattenaufnahmen und Tourneen wurden einzeln ausgezahlt. Die Gagen wurden pünktlich am Anfang des nächsten Monats ausgezahlt.

Musik wurde Arbeit - strukturiert, entlohnt bei Erwartung, dass man funktioniert.

Typische Gagen in diesen Jahren beliefen sich auf:

3 DM für Hotels/gewöhnliche Auftritte

8 DM für die Deutsche Oper Berlin

10 DM für Schallplattenaufnahmen

20 DM für eine Tournee

(pünktlich in bar am Beginn des nächsten Monats ausgezahlt).

Mein erster Auftritt mit dem Chor fand 1984 im Hotel Berlin statt.

Da das Konzertprogramm selbst nicht in unseren regulären Montagsproben einstudiert wurde, lernte ich viele Stücke einfach durch Zuhören, Mitgehen und Erinnern. Songs wie Berlin tut gut or Pack die Badehose ein.Zunächst überlebte ich durch zuschauen, hören und gelegentlichem nur Mund auf und zu machen - wenn ich unsicher war, oder es nicht wusste.

Es war kein theoretisches Lernen. Es war Lernen innerhalb der Performance.

Aber den Jungs um mich herum zu folgen, die selben harmonischen Linien und Stimmen wiederholt zu hören und aufzuschnappen - wiederholende Refrains etc. war ein magischer Prozess. Schnell wurde das Repertoire einem geläufig. Nach nur wenigen Auftritten konnte man Melodie und Text.

Das war eine der ersten ganz wichtigen Lektionen, die ich im Ensemble lernte: manchmal lehrte einem die Gruppe etwas, bevor man überhaupt realisierte, dass man irgendetwas lernt.

Regelmäßige Auftritte an der Deutschen Oper Berlin gehörten zu meiner Arbeit mit den Schöneberger Sängerknaben.

Der Chor wirkte unter anderem in Produktionen wie Das Rheingold, Tosca, Il barbiere di Siviglia, Hänsel und Gretel, Turandot, Carmen und Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke mit.

Deutsche Oper Berlin letter dated 5 December 1986 requesting school release for rehearsals for Turandot with the Schöneberger Sängerknaben.

LA BOHÈME · LUCIANO PAVAROTTI

Eine Aufführung mit internationalen Stars konnte das Verständnis eines Kindes davon verändern, was professionelles Musikmachen bedeutete.

In La Bohème,erscheint der Kinderchor im zweiten Akt rund um die Szene des Straßenhändlers. Die Musik und das Timing mussten mit Präzision bearbeitet werden. Lange Pausen, in denen man im Kopf mitzählen musste.

Wir hatten Sonderproben auf Italienisch und bereiteten auch das Schauspielen gewissenhaft vor. Ein Einsatz war besonders heikel: nach einer langen Phase des Nicht-singens, musste der Kinderchor fast allein einsetzen. Kein erwachsenen Chor, keine Solisten, und das Orchester spielte gefühlt nichts.

Einige Momente später folgten wir ihm auf die Bühne.

Wir hatten alle im Kopf mitgezählt. Wir kannten die Tonhöhen. Wir wussten die Szene. Ich schwöre!

Der Einsatz kam - und keiner von uns begann.

Jeder wartete auf den anderen. Dass irgendeiner von uns begann.

Gerhard Hellwig, unser Dirigent und Chorgründer war außer sich! Die Quittung kam prompt. 50 % weniger Gage für jeden von uns!

Irgendwie blieb etwas Grösseres hängen: Oper, die Konzentration und Arbeit dahinter, die Bühnenpräsenz eines Künstlers, der eine Bühne zu bespielen hat, bevor man überhaupt anfängt zu singen.

Erfahrungen wie diese wurden Grund, warum ich noch immer Musik mache.

Cover of Rainer Maria Rilke’s Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke, Insel-Bücherei edition.
Handwritten dedication and signature by Maximilian Schell connected to The Cornet production at the Deutsche Oper Berlin.
Der Tagesspiegel newspaper article about The Cornet production at the Deutsche Oper Berlin.

DIE BÜHNE WURDE GRÖSSER.

Musik war nicht von Medien zu trennen.

Vor der Reise wurde das Chor Equipment ausgeteilt: ein blauer Anorak mit Chor-Wappen, einem rot weiss gestreiften Schal mit dem Wappen Berlins, unsere typischen schwarzen Auftrittsjacken ebenso mit dem Chor-Wappen und einer Reisetasche. Weisse Hemden, schwarze Lederschuhe, weisse Kniestrümpfe und scharze kurze und lange Hosen mussten wir selbst mitbringen.

Die TV Produktion fand in Unterföhring statt. Fernsehproduktionen erforderte eine eigene Art von Arbeit. Früher wurde alles präzise geprobt.

Während unseres Aufenthaltes durften wir in das Studio rüber, in dem die Die Unendliche Geschichte mit Fuchur, dem grossen weissen Flugdrachen, gedreht wurde.

Wenige Wochen später kehrten wir nach München zurück.

Als Teil von HERTIE´s Berliner Woche, performten die Schöneberger Sängerknaben am 15. und am 16. Mai 1987 in einem Berlin gewidmeten Musik- Entertainment- und Kulturprogramms.

Das Programm platzierte uns zwischen sehr bekannten VIP´s und Grössen aus Kultur und Medien aus Berlin.

Woran ich mich sehr gut erinnere war die grosse Hitze.

Während der 750 Jahr Feier traten wir oft bis zu dreimal am Tag auf. Bei HERTIE war es die Kombination aus Hitze, Auftrittskleidung, Reise und die konstante Beanspruchung, die physisch sehr herausforderte. Während unseres Auftrittes mussten an die 10 Jungs von der Bühne abtreten, weil ihnen schlecht war. Die Reihen lichteten sich.

Ich hatte Glück und hielt bis zum Schluss durch.

Front of the HERTIE Munich Berliner Woche programme from May 1987 with a Dieter Thomas Heck autograph card preserved in the Bastian Lee Jones archive.
HERTIE Munich Berliner Woche programme schedule listing performances by the Schöneberger Sängerknaben on 15 and 16 May 1987.

Eine weitere Reise führte die Sängerknaben in die Siegerlandhalle nach Siegen in die Fernsehproduktion Sonntagskonzert auf Tournee, moderiert von Elmar Gunsch. Sonntagskonzert auf Tourneepräsentiert von Elmar Gunsch.

Schöneberger Sängerknaben during an appearance for Sonntagskonzert auf Tournee.
Schöneberger Sängerknaben shown on a television monitor during a ZDF broadcast of Sonntagskonzert auf Tournee.

Ich erinnere mich fasziniert von den Karikaturkünsten hinter Marianne von Weizsäckers gestanden zu haben, während die anderen Jungs mit ihren Autogrammbüchern bei Richard von Weizsäcker standen. Ich hatte keines, stand aber trotzdem daneben, weil mich das Zeichnen interessierte.

Gerhard Hellwig sah dies, und warf mir eine seiner Blicke zu, die eindeutig sagten, dass ich dort gar nicht sein sollte.

Dass Sir Peter Ustinov zu uns kam, war eines der persönlichen Highlights.

Archive photograph of the Schöneberger Sängerknaben during the UNICEF-themed final edition of Auf Los geht’s los in Düsseldorf in 1986. The appearance was part of the choir’s television and touring work and is preserved in the Bastian Lee Jones Heritage archive. Photographer unknown.

Inmitten des Trubels war der Chor.

Wir reisten, sangen, präsentierten Berlin und erlebten die Stadt in ihren lebendigsten Momenten.

1987 wurde zu dem Jahr in dem alles aufeinmal zu passieren schien.

Für mich war 1987 am Brandenburger Tor der emotionale Höhepunkt.

Während der 750 Jahr Feierlichkeiten sangen die Schöneberger Sängerknaben einen ihrer Songs überhaupt.

Uns´re Stadt hört doch nicht am Brandenburger Tor auf.

Uns´re Stadt hört doch nicht am Brandenburger Tor (auf Youtube Archivlink)
YouTube archive link

Diese Hookline trug etwas viel Grösseres als nur die Melodie.

Berlin war geteilt. Aber ihre Identität, ihre Vorstellung und Hoffnung endeten nicht an der Mauer.

Am 12. Juni 1987 sangen wir im Rahmenprogramm um den Ronald Reagan Besuches in Berlin. President Ronald Reagan’s visit to Berlin.

"Mister Gorbatschow, open this gate. Mister Gorbatschow, tear down this wall."
Mr. Gorbachev, tear down this wall.”

In diesem Alter konnte ich das historische Gewicht dieses Momentes nicht einschätzen. Konnte das überhaupt jemand?

Aber ich verstand die Athmosphäre,

Ich verstand, dass es Hoffnung war.

Ich verstand plötzlich, was der Song bedeutete.

Als junger Sänger dort zu stehen, umringt von tausenden von Menschen, und dieses Lied Uns´re Stadt hört doch nicht am Brandenburger Tor auf exakt an diesem Ort, in diesem Moment gesungen zu haben, macht mir heute noch Gänsehaut. Uns´re Stadt hört doch nicht am Brandenburger Tor (auf Youtube Archivlink) in that exact place and at that exact moment still gives me goosebumps.

Wir betrachteten Geschichte nicht aus der Ferne.

Wir standen inmitten der Geschichte.

Rückblickend fühle ich Stolz, tiefe Dankbarkeit ein Teil dessen gewesen sein zu dürfen - als Schöneberger Sängerknabe, als junger Berliner, und als Teil des Momentes, der Geschichte schrieb.

ARCHIVDOKUMENT

SCHÖNEBERGER SÄNGERKNABEN · 12 JUNI 1987

Schlicht formuliert ist dieses Schreiben der Chorleitung an die Eltern und an die Schulen: die Schöneberger Sängerknaben waren eingeladen am Brandenburger Tor am 12. Juni zwischen 12 und 14 Uhr, am Freitag für den US Präsidenten Ronald Reagan zu singen.

Dieser Brief bat um Schulbefreiung, falls die Schulbehörden es nicht erlaubten, sollten die Eltern eine Befreiung vom Unterricht erwirken.

Ein Routineschreiben welches hier alles andere als Routine war.

Schwarz-weißes Einladungsschreiben der Schöneberger Sängerknaben Berlin an die Eltern der Chorknaben. Das Schreiben informiert über einen Auftritt beim Besuch des amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan am Freitag, 12. Juni 1987, von 12 bis 14 Uhr am Brandenburger Tor und bittet gegebenenfalls um Schulbefreiung. Unterzeichnet von Gerhard Hellwig.

Meine Arbeit als Schöneberger Sängerknabe führte mich immer wieder in die Hansa Studios Berlin.

Ich sang auf Schalllplattenveröffentlichungen wie: Wir wollen freunde sein für´s ganze Leben, 750 Jahre alt ist Berlin und 100 jahre Kurfürstendamm. Meine Stimme erschien ebenso in dem Beatles Medley, welches zum 50 jährigen Chorjubiläum veröffentlicht wurde. Wir wollen Freunde sein für’s ganze Leben, 750 Jahre alt ist Berlin and 100 Jahre KurfürstendammMeine Stimme ist auf dem Beatles medley zu hören, welches zum 50 jährigen Jubiläum des Chores veröffentlicht wurde.

Das Tonstudio brannte sich in meine Erinnerung ein.

Die Hansa Studios standen direkt vor der Berliner Mauer. Die Teilung war spürbar. In der Ferne für die Magnetschwebebahn in Richtung Philharmonie.

Discogs release page for the Schöneberger Sängerknaben single Wir wollen Freunde sein für’s ganze Leben, released in 1987.
Discogs release page for the Schöneberger Sängerknaben single 750 Jahre alt ist Berlin, released in 1986.
Discogs release page for the Schöneberger Sängerknaben single 100 Jahre Kurfürstendamm, released in 1986.
Discogs release page for Wir wollen Freunde sein – 50 Jahre Schöneberger Sängerknaben.
Discogs tracklist showing the Beatles Medley with She Loves You, I Want to Hold Your Hand, Can’t Buy Me Love and Yellow Submarine.

Beatles Medley · Schöneberger Sängerknaben · 50th-anniversary release

Zurückblickend wären all diese Erfahrungen ohne Menschen, die die Schöneberger Sängerknaben als äußerst verläßliche Größe im Entertainment möglich machten, nicht denkbar gewesen.

Mein größter Dank gilt Gerhard Hellwig und der Hellwig Familie, die all diese erstaunlichen Dinge möglich machten: Tourneen, Aufnahmen, Auftritte, Opern Engagaments.

Immer wieder.

Hinter dem Chor standen viele helfende Hände, wie Herr Engelhardt, Frau Stahn und andere, die Proben, Reisen, Kostüme, die Logistik, die Kommunikation und die zahlosen Details organisierten, die es einer Horde von Jungs ermöglichten, professionel und pünktlich überall zu erscheinen.

Gerhard Hellwig besaß ein besonderes Netzwerk an kontakten zum Fernsehen, Plattenlabels, Musik, Entertainment und ins öffentliche Leben. Diese Konnecke öffnete Türen. Was am Ende am meisten zählte waren die Disziplin und Organisation die es dem Chor erlaubten, professionell zu agieren.

Die Schöneberger Sängerknaben existierten neben anderen berühmten Knabenchören, wie die Wiener Sängerknaben, die Regensburger Domspatzen und die Thomaner - aber für mich gehörten wir zu etwas ganz Besonderem.

Musik wird durch Menschen gemacht.

Und lange bevor ich ein Wort für das Musik-Business hatte, hatte ich dieses Prinzip bereits verstanden.

Music Business is People’s Business.

Die Schöneberger Sängerknaben hatten mir gezeigt, wie Professionalität von innen funktioniert.

Die Universität gab mir ein weiteres Werkzeugset.

An der Freien Universität Berlin studierte ich Musikwissenschaft neben Betriebswirtschaft, Marketing und Jura (als Nebenfach).

Auf dem Papier wirkten die Fächer getrennt. In der Praxis gehörten sie zunehmend zusammen.

Mich beschäftigte eine Frage, die immer wieder zurückkehren sollte: Was, wenn der Künstler zugleich Unternehmer ist?

Ich interessierte mich für Fragen, die noch gar nicht in dieser Zeit gestellt wurden.

What if the artist is also an entrepreneur?

Nicht einfach jemand, der erschafft und wartet, dass Struktur erscheint - sondern jemand, der versteht, wie diese Strukturen aufgebaut sind.


Musikwissenschaften gaben wir das Verständnis für Repertoire, Geschichte, Rezeption, kulturelle Kontexte und künstlerische Praxis.

Academic certificate from Freie Universität Berlin documenting Bastian Lee Jones’s musicology studies.
Freie Universität Berlin · Musicology studies · Heritage archive

Betriebswissenschaften gaben mir ein Verständnis für Administration, Marketing, Markforschung, Zielgruppen, Positionierung, Ökonomie und Oganisation.

Jura gab mir das Verständnis, wie Verträge und Institutionen interagieren und funktionieren.

Aber Entrepreneurship fügte noch etwas anderes hinzu:

Strukturen können entwickelt werden.

Das Denken von Professor Günter Faltin war besonders inspirierend und erfrischend. Entrepreneurship muss nicht mit großem Kapital beginnen. Es kann mit einem Konzept beginnen.

Bilingual inspiration graphic by Bastian Lee Jones referencing Günter Faltin and the title Kopf schlägt Kapital.

Gleichzeitig verband meine akademische Arbeit Musik mit Fragen wie Identität, Kommunikation und öffentlicher Wahrnehmung.

Mit Professor Peter Wicke entdeckte ich populäre Musik von einer anderen Perspektive und schrieb eine grosse Arbeit über die Entwicklung des Images von Michael Jackson vom Sänger zur Kunstfigur.

Ich entwickelte die Idee für meine Abschlußarbeit mit dem Titel:

Der Künstler als Entrepreneur und ökonomische Grösse.

Thomas Anker begegnete mir in der Cafeteria der BWLer.

Wir kannten uns ohne uns zu kennen schon aus der Musikwissenschaft bei Professor Albrecht Riethmüller. Wir unterhielten uns.

Diese Konversationen schienen endlos.

Thomas wurde ein sehr guter Freund und einer der Menschen, die einem immer wieder bei der Arbeit konstruktiv unterstützten. Ob es Graphikdesign war, Aufnahmen, Produktionen oder künstlerische Entwicklung.

Eine andere wichtige Verbindung kam durch die Musikwissenschaft.

An der Universität der Künste studierte ich indonesische Gamelanmusik bei dem renommierten Musikethnologen Professor Artur Simon.

In dieser Umgebung lernte ich seinen Sohn, den Komponisten Art-Oliver Simon, Boris Blacher Preisträger, kennen.

Mit Art-Oliver begann ich sehr praktische Dinge zu diskutieren.

Wo können Musik, Performance, Experiment und andere künstlerische Disziplinen stattfinden?

Und warum sollte man auf andere warten, dass sie einem einen solchen Raum bieten?


Art-Oliver erschuf einen Kompositionszyklus, namens Blaubeton. Blaubeton.

Der Name blieb.

Ich trug das Beiwort: Kulturetage bei. Kulturetage.

Zusammen entwickelten wir die BLAUBETON Kulturetage - mein erstes Unternehmen. BLAUBETON wurde wiedererkennbar. — my first company.

Wir fanden einen 110 Quadratmeter Raum in einem alten Industriekomplex der TRO Kabelwerke in Berlin-Oberschöneweide.

In dieser Zeit hatte die Gegend einen ganz anderen Charakter als heute.

Alte Ziegelstein Industrie Architektur des letzten Jahrhunderts.

Workshops.

Künstlerateliers.

Die Spree.

Ein Stadtviertel irgendwo zwischen Verfall, Niemandsland, Nostalgie und Möglichkeiten.

Es fühlte sich richtig an.


Early BLAUBETON Kulturetage corporate design material showing a repeated logo sheet alongside a letterhead layout.

BLAUBETON Kulturetage · Early corporate design and letterhead · c. 1998

Wir wollten keinen konventionellen Bühnenraum.

Die Performance sollte inmitten des Raumes stattfinden.

Aus Theaterfundussen und Werkstätten organisierten wir rundliche Holzpodeste zum Sitzen und platzierten sie um einen blauen Teppich, der die Bühne markierte auf selber Höhe, wie das Publikum, wie eine Manege.

Wir strichen die Podeste blau an.

Der Boden wurde blau.

Die grosse Hinterwand trug den Namen:

BLAUBETON

in blau.

Messingstühle mit rotem Samt liessen sich aus Theaterfundussen ebenso organisieren.

Industrietrennwände mit Glas und Sprossen trennten die Räume der Halle.

Auch einen Bar-Tresen konnten wir organisieren.

Bühnenlampen liessen wir anbringen, die wir ausrichten konnten.

Später mieteten wir uns einen Boston Flügel im Steinway & Sons Haus. Neben der Miete der erste wirkliche Kostenpunkt.

Interior of BLAUBETON Kulturetage showing the central performance area, tiered seating platforms, stage lighting, audience and large BLAUBETON lettering on the wall.
BLAUBETON Kulturetage · Central stage and audience layout · Photo by Bastian Lee Jones
Art-Oliver Simon seated at the piano during a performance at BLAUBETON Kulturetage in Berlin.
Art-Oliver Simon at the piano · BLAUBETON Kulturetage · Photo by Bastian Lee Jones

Der Industrieraum verwandelte sich in einen Kunstraum und Veranstaltungsraum.


BLAUBETON wurde der Raum, indem die einzelnen Studienfächer zu einer Einheit verschmolzen.

Aus Ökonomie wurde Budgetierung.

Marketing war: wie ziehe ich Publikum. Durch Flyer, Monatsprogramme und Kommunikation.

Aus Buchhaltung wurden konkrete Zahlen.

Aus Juristik wurden konkrete Verträge, und wirtschaftliche Verantwortung.

Aus Plänen wurden Abläufe, Proben, technische Koordination und Logistik.

Eventmanagement hiess: Künstler, Publikum, Equipment, Zeitabläufe in einen Raum zusammenzubringen.

BLAUBETON Kulturetage monthly programme for September 1998 listing video, contemporary music and live performance events.
BLAUBETON Kulturetage · Monthly programme · September 1998
BLAUBETON Kulturetage programme preview for October 1998 featuring Cian Lee and a concert by Ginger Kahn and Manfred Dierkes.
BLAUBETON Kulturetage · Programme preview · October 1998

Das künstlerische Programm war interdisziplinär:

Musik, zeitgenössische Komposition, Jazz, Songs, Tanz, Literatur, Film, visuelle Arbeiten und experimentelle Performance.

Nichts existierte in Isolation.

Jede künstlerische Idee hatte eine Daseinsberechtigung.

Jede operationale Entscheidung beeinflusste die künstlerische Erfahrung.

Dies wurde eine der wichtigsten Lektionen, die ich aus BLAUBETON ziehen konnte:

Künstlerische Freiheit braucht Struktur.

BLAUBETON wurde ein Labor.

At-Oliver entwickelte seine Werkstatt Klänge Serie. Werkstatt Klänge series.

Es gab Konzerte, Lesungen, Tanz Performances, Filmabende, Club Nächte und Performances eingeladener KünstlerInnen.

BLAUBETON Kulturetage flyer for the Werkstattklänge concert series, featuring an original drawing and graphic concept by Bastian Lee Jones.
Werkstattklänge · Concept, drawing and design by Bastian Lee Jones
BLAUBETON Kulturetage flyer for TAPES II on 9 October 1998, featuring film, reading and multimedia presentations.
TAPES II · 9 October 1998 · Design by Art-Oliver Simon

Meine kanadische Vocal Coachin und Mentorin, Frau Ginger Kahn, trat mit ihrem Gitarristen, Manfred Dierkes (RIP), auf.

Concert flyer for vocalist Ginger Kahn and guitarist Manfred Dierkes at BLAUBETON Kulturetage on 10 October 1998.
Ginger Kahn & Manfred Dierkes · 10 October 1998 · Design by Ginger Kahn

Die Singer-Songwriterin Kristina Tuomi trat auf.

Kristina Tuomi performing at BLAUBETON Kulturetage in Berlin with a pianist, surrounded by the audience and the central performance space.
Kristina Tuomi live at BLAUBETON Kulturetage · Photo by Bastian Lee Jones

MusikerInnen, Komponisten FilmemacherInnen, Performer unterschiedlichster Disziplinen fanden Eingang in unseren Raum.

Uns interessierten nicht Genres.

Es war die Magie des Geschehens, wenn KünstlerInnen den Raum für ihre Visionen und Ideen nutzten.


Events zu kreieren war das eine.

Menschen mussten wissen, dass diese Events existieren.

Wir designten Flyer, produzierten Monatsprogramme und liessen sie billig drucken und verteilten sie selbst.

Wir kontaktierten Zeitungen und sendeten ihnen unsere Programme direkt in die Veranstaltungsredaktionen.

BLAUBETON Kulturetage letter to Berliner Zeitung submitting the October 1998 programme for publication in the newspaper’s event listings.
Programme submission to Berliner Zeitung
· BLAUBETON Kulturetage · October 1998

A surviving letter to the Berliner Zeitung Ein im Archiv überlebtes Schreiben an die Berliner Zeitung zeigt die praktische Arbeit von BLAUBETON: Daten, Eintritt, Orte, Zeit, wer,

Marketing war nicht länger nur universitäre Theorie.

Marketing sollte Publikum zu uns bringen.


BLAUBETON benötigte auch eine visuelle Identität.

Eine rumänische Graphikerin designte das Corporate Design. Ihre Idee: Ein Viereck mit abgerundeten Kanten, in das man einen blauen Stickit Aufkleber kleben konnte. Der Druck konnte durch billige SW-Photokopien erfolgen. Brilliant!

Ein simples Sytem. Flexibel und kostengünstig.

BLAUBETON wurde wiedererkennbar. became recognisable.

Dasselbe Design tauchte auf Aufklebern, Flyern und den Monatsprogrammen auf.

Ich designte und schuf ebenso Promo-Material.

Archive document relating to Bastian Lee Jones’s graphic design studies with Studiengemeinschaft Darmstadt.
Graphic design studies · Studiengemeinschaft Darmstadt
· Heritage archive

Der Raum, das Programm, die Drucksachen und die Kommunikation wurden zu einer Identität.

Lange bevor ich das Wort - Markenaufbau nutzte, schufen wir eine Marke.


CIAN LEE

BLAUBETON war der Raum, in dem ich meine ersten Solo-Konzerte gab und meinen ersten Künstlernamen erfand:

Cian Lee.

Program sheet from Musikschule Neukölln listing vocal performances, including the songs “As easy as intricate” and “Quiver” by Cian Lee, performed by Sebastian Wolczik.
Program sheet from Musikschule Neukölln documenting
an early public appearance of the name Cian Lee
as songwriter and composer.

"Cian" kam von dem irischen Namen Kilian.

"Lee" kam vom Namen meiner Mutter,

Es war der Beginn einer Identitä als Künstler, die später zu KIAN LEE convention und zu Bastian Lee Jones führen würde.

Aufnahmen machte ich bereits vor grossness & carnality. grossness & carnality.

Die frühesten Aufnahmesessions führte ich mit dem Toningenieur Wolf Blaszejack am Piano durch und arbeitete mich durch Cover Songs und eigenes Material.

Ich bewahrte diese CDs sehr gut auf - die die Entwicklung eines Repertoires zeigten.

Es waren Standards, Pop-Songs und eigene Songs, die nebeneinander existierten.

Photograph of two handwritten tape boxes and an early cassette associated with Cian Lee, showing track lists and documenting early demo recordings.
Early demo tapes and cassette materials documenting the recording beginnings of Cian Lee.

Diese waren noch keine Veröffentlichungen.

Es waren Arbeitsdokumente.

Ein junger Nachwuchskünstler lernte, was passiert, wenn Performance aufgezeichnet wird, abgespielt wird und weiterentwickelt wird.

Die Aufnahme änderte die Beziehung zur Musik.

Eine Performance vergeht.

Eine Aufnahme blieb.


Mein erstes Solokonzert am Flügel ereignete sich in BLAUBETON und der Titel war: grossness & carnality. grossness & carnality.

Cian Lee seated at the piano after his solo concert grossness & carnality at BLAUBETON Kulturetage in Berlin in 1998.
Cian Lee · after grossness & carnality · BLAUBETON · 1998

Das Konzertprogramm war ein Mix aus Cover songs von Elton John, Carole King, Tom Waits, Randy Newman und David Bowie. Neben meinen eigenen Songs und Kompositionen.

Typed programme and setlist for the first Cian Lee solo concert at BLAUBETON, listing cover songs alongside original works such as Reverie, I Don’t Believe in Cosmic Jive, Shaba Daba, Checkmate, Jack in the Box, Hey Baby No, Antilope, and Anytime.
Original setlist for the first Cian Lee solo concert at BLAUBETON, “grossness & carnality”.

Es war ein entscheidender Moment.

Zum ersten Mal wurde der Raum, den ich mit erschuf zur Geburtsstätte meiner eigenen Identität als Solokünstler.

Nach dem Konzert war ich erschöpft, erleichtert und glücklich.

Der Raum war noch da.

Der Flügel war noch da.

Aber etwas änderte sich.

Ich trat allein auf die Bühne.


Thomas Anker dachte gleich über das Konzert hinaus.

Er organisierte und finanzierte eine live Aufnahme.

Marco Dannemann sollte der Live Toningnieur sein.

Thomas designte das Artwork, überwachte die Produktion und arrangierte das Material, mischte es und masterte es.

Collage showing the artwork, tracklist and CD packaging for Cian Lee’s live recording grossness & carnality at BLAUBETON.
Cian Lee · grossness & carnality · Live recording at BLAUBETON · Design and music production by Thomas Anker · Sound engineering by Marco Dannemann

Das resultierende Album:

Cian Lee · grossness & carnality

kombinierte Interpretationen von Songwritern, die mich prägten und zu eigenen Songs animierten.

Das Album wurde nie kommerziell veröffentlicht. Peter Fox (SEEED) lobte es ausdrücklich, als ich es um Ecken weitergab.

But the recording remained.

Handwritten music manuscript by Cian Lee for the song “Dear Caribou … Yours, Antilope”, written across several staves with melody lines, annotations, and draft lyrics.
Original handwritten score for “Dear Caribou … Yours, Antilope” by Cian Lee.

Unter dem eigenen Material dieser Periode waren Reverie - eine meiner ersten Klavierkompositionen. Reverie, one of my early piano compositions.

Es gehörte in dieselbe Phase meiner Konstitution als Solokünstler. Ich kreierte mein eigenes Repertoire, lernte es aufzuschreiben, lernte es aufzuführen und es mündete in der Aufnahme.

BLAUBETON war nicht einfach der Ort, an dem ich es aufführte.

Es war die Performance, die den Startpunkt eines Archives und Kataloges bildete.

Cian Lee · Reverie · Original composition by Bastian Lee Jones · Produced by Thomas Anker · Recorded by Marco Dannemann

Neben der Uni und BLAUBETON nahm ich meine Gesangs- und Klavierstunden.

Ich finanzierte mich selbst.

Ich gab Musikstunden, Nachhilfe in Deutsch, Englisch, Französisch, arbeitete in Ingenieurbüros und konnte meine Musikausbildung, die Uni, die künstlerischen Projekte und mein Leben weitestgehend selbst finanzieren.

Diese Unabhängigkeit war sehr wichtig.

Um bessere Musikstunden zu bekommen, besseres Equipment und mehr Zeit für meine Musikprojekte zu haben, musste ich die Mittel mir selbst erarbeiten, um all dies zu ermöglichen.

Gleichzeitig studierte ich, arbeitete ich, übte ich als Musiker und erarbeitete mir meinen eigenen unabhängigen Raum.

Es gab keine Trennung zwischen künstlerischer Entwicklung und ökonomischer Realität.

Beides musste Hand in Hand gehen.

VON DER PERFORMANCE ZUR ARBEIT

Eine Performance führte zur nächsten und zu etwas ganz neuem.

Nach meinem Cian Lee Konzert kam Matthias Schuricke auf mich zu - der mein zukünftiger Musikschulchef werden sollte - und bot mir einen Job als Lehrer an bei HAPPY MUSIC.

Ich konnte 35 DM in der Stunde verdienen.

Zu der Zeit war das ein hervorragendes Honorar.

Certificate from HAPPY MUSIC confirming Bastian Lee Jones’s freelance teaching and public relations work between 1999 and 2015.
HAPPY MUSIC · Teaching and PR work · 1999–2015 · Certificate by Matthias Schuricke

Wichtiger noch - ein selbst produziertes Konzert führte zu einer professionellen bezahlten musikalischen Arbeit .

Und dies wurde ein Muster:

eine Sache führt zur anderen.


KOMPOSITION

DIE ARBEIT SETZTE SICH FORT.

Die Cian Lee Identität endete nicht bei BLAUBETON.

Musikschulprogramme dokumentieren den Werdegang als Sänger, Pianist und Komponist.

Im Jahr 2000 sieht man auf dem Programm die Songs As Easy as Intricate und Quiver unter dem Namen Cian Lee. As Easy as Intricate and Quiver appeared in a public programme under the name Cian Lee.

Die künstlerische Identität wurde mehr als ein offizieller Künstlername.

Sie wurde ein Arbeitskörper.



BUSINESS REALITÄT

NICHTS PASSIERT AUS SICH HERAUS.

BLAUBETON zu führen bedeutet auch das zu machen, was das Publikum nicht mitbekommt.

KünstlerInnen mußten gebucht werden.

Gagen mußten verhandelt werden und berechnet werden.

Eintrittspreise kalkuliert werden.

Getränkeverkauf ermöglichte Zusatzeinnahmen.

Dies bedeutete: Schankerlaubnis und die Rote Karte.

Buchführung.

Verträge.

Druckaufträge.

Publizität.

Equipmentfragen.

Probenpläne.

Reinigung.

Heizung im Winter.

Der Winter war in alten schlecht abgedichteten Industrieräumen eine grosse Herausforderung.

Wir nutzten Heizradiatoren um die Räume erträglich zu halten.

Einen Kunstraum zu betreiben bedeutete das ständige Changieren zwischen Kreativität und Kalkulation. Kulte kosten Geld. Und Kunst ist eine Art Kult.

Der Arbeit auf der Bühne geht eine lange Schlange von Vorbereitung und Gelder verdienen voraus.

BUSINESS REALITÄT

ERFOLG ÄNDERTE DIE MIETFORDERUNGEN

Das Publikum wuchs.

KünstlerInnen, auch international, kontaktierten uns und fragten nach Auftritten nach.

Eventually, applications arrived not only from Berlin, but from countries such as the Netherlands and Belgium.

Die Aktivitäten sprachen sich herum.

So auch das kommerzielle Potential.

Leider bekamen das unsere Vermieter mit und erhöhten die Miete um 100%.

Es war ein Gewerbemietvertrag. Die Kalkulation brach zusammen.

BLAUBETON musste schließen.

Das erste Unternehmen endete, weil ein äusserer unerkannter Faktor es beendete:

ein Gewerbemietvertrag.

Das war eine frühe Lektion, die die Fragilität eines Kunstraumes aufzeigte.

Künstlerischer Erfolg bringt nicht automatisch ökonomische Nachhaltigkeit und Tragfähigkeit mit sich.

WAS BLIEB

DIE STRUKTUR ÜBERLEBTE DEN RAUM.

Der Raum verschwand.

Die Erfahrung nicht.

BLAUBETON lehrte mich, dass künstlerische Unabhängigkeit von mehr als künstlerischer Fähigkeit abhing.

Es bedarf eines Raumes.

Organisation.

Verträge.

Kommunikation.

Publikum.

Ökonomie.

Design.

Technologie.

Und Menschen.

Meine erste Unternehmung, meine erste Künstleridentität, mein erstes Solokonzert, mein erstes Live Recording und meine erste Gelegenheit alles anzuwenden, was ich über Musik hinaus lernte: Geschäft, Recht und Verträge, Kommunikation.

Art-Oliver gab mir noch einen wichtigen Rat und Hinweis mit auf den Weg.

Er ermutigte mich, simple, ruhige Klavierwerke zu schreiben - schlicht, meditativ, melodische Stücke, die auch ausserhalb der Kreation Gehör finden würden.

Ich hörte auf ihn.

Dieser Hinweis sollte in Zukunft sehr wichtig werden.

KONTINUITÄT

EINES FÜHRTE ZUM ANDEREN

Eine Performance führte zu einem Lehrerjob.

Das Lehren führte zu Kommunikation und Organisation.

Kommunikation führte zum Radio.

Radio führte zu Interviews.

Interviews führten zum Video.

Videos führten zur Produktion.

Produktion führte zu LebenslustTV® Ltd.

Die Künstleridentität führte bis zu Bastian Lee Jones.

Musik und das Rechtemanagement führten zu EARMEecords.

Medien, Produktion und Markenarbeit führten zu erweiterten Strukturen.

Die Namen wechselten.

Die Skalen änderten sich.

Die Prinzipien nicht.

Eines führte stets zum anderen.

KIAN LEE / KIAN LEE CONVENTION

KÜNSTLERIDENTITÄT

Im Jahre 2001 durfte ich für eine Kurzfilmproduktion an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg die Musik zu dem Streifen "Erlkönig" schreiben. Erlkönig.

Film music contract from Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg commissioning Sebastian Wolczik as composer for the short film Erlkönig in 2001.
HFF Potsdam-Babelsberg · Film music contract for “Erlkönig” · 2001
German press clipping announcing a film programme by Filmgruppe Der Kreis, opened by songs performed by Kian Lee.
Film programme with songs by Kian Lee · 2001
Newspaper clipping announcing the literary-musical performance Trionale with Kian Lee as pianist and performer.
Kian Lee · Trionale · literary-musical performance · 2001
German newspaper article titled Debüt in Babelsberg announcing the debut concert of Kian Lee Convention.
Kian Lee Convention · Debut concert · Kulturhaus Babelsberg
Admission ticket for the Kian Lee concert Winter and Summer at Kulturhaus Babelsberg on 15 October 2005.
Winter and Summer · Kulturhaus Babelsberg · 15 October 2005
Newspaper events page featuring Kian Lee and announcing the concert Wintersongs at Kulturhaus Babelsberg.
Kian Lee · Wintersongs · Kulturhaus Babelsberg · 2005
Newspaper article announcing a pre-record-release concert by Kian Lee Convention at Kulturhaus Babelsberg.
Kian Lee Convention · Pre-record-release concert · Kulturhaus Babelsberg
Kian Lee and an actress dressed in white with a white parasol in a rowing boat on the water during a concept-video shoot in Ireland, with a castle ruin in the background
Photo by Mönchsleben
Kian Lee posing playfully on a country road in Ireland beside a caution children road sign during the concept-video shoot.
Photo by Mönchsleben

Mit dem Produzenten Martin B., Filmemacher mønchsleben und einer sehr talentierten Nachwuchsschauspielerin reiste ich nach Irland, um die Musikvideos für ein Konzeptalbum zu drehen.

Das Projekt sollte Musik, Film, Aufnahmen, Charaktere, Photos etc. in eine künstlerische Welt verbinden.

Während des Irlanddrehs verschwammen die Linien zwischen Gesang, Schauspiel und Rezeption: die Schauspielerin wurde für einen Star gehalten und durfte Autogramme geben, und ich wurde für Pete Doherty gehalten.

Four-image collage showing Kian Lee Convention visual styling, performance photography, piano imagery and conceptual still-life elements.
Kian Lee Convention · Visual identity, styling and performance imagery
Two views of an oil painting of Kian Lee created by the artist Flowrent for the Kian Lee Convention EP.
Portrait of Kian Lee by Flowrent · created for the Kian Lee Convention EP

Songwriting by Kian Lee and Erdmann · Apple Music

Black-and-white circular Kian Lee Convention logo combining musical instruments and the project name.
Kian Lee Convention · Logo
Two rectangular promotional stickers showing the Kian Lee Convention logo and the website address www.kianlee.com in gold and red.
Kian Lee Convention · www.kianlee.com promotional stickers · produced in Indonesia
Kian Lee Convention EP packaging showing the back cover tracklist and an inside booklet spread for the song Someone’s There.
Kian Lee Convention EP · Tracklist and booklet artwork
Kian Lee Convention EP booklet spread showing the project logo and the lyric page for the song Carry Me.
Kian Lee Convention EP · “Carry Me” · booklet artwork
Conceptual still-life image featuring a classical bust, white feather, decorative objects and the Kian Lee name.
Kian Lee Convention · Concept still life
Performance photographs of Kian Lee on stage, including a close-up under coloured light and a staged performance image against a brick wall.
Kian Lee Convention · Live on stage
Layered performance photograph showing Kian Lee at the piano and a guitarist Martin Brehl playing on stage under coloured lighting.
Kian Lee Convention · Piano, guitar and live performance
Semi-Finalist Certificate from the UK Songwriting Contest 2008 awarded to Kian Lee and Erdmann for the song Gone.
“Gone” · UK Songwriting Contest Semi-Finalist · 2008
Semi-Finalist Certificate from the UK Songwriting Contest 2008 awarded to Kian Lee for the song Hear Me.
“Hear Me” · UK Songwriting Contest Semi-Finalist · 2008
Semi-Finalist Certificate from the UK Songwriting Contest 2009 awarded to Kian Lee for the song Way Up High.
“Way Up High” · UK Songwriting Contest Semi-Finalist · 2009

NEUERFINDUNG

BASTIAN LEE JONES WERDEN.

Die Kian Lee convention kam zu einem Ende.

Was folgte war eine Übergangszeit des Suchens.

Die Musik blieb.
Das Piano blieb.
Die Arbeit blieb.

Aber die Künstleridentität war nicht mehr komplett.

Eine Zeit lang experimentierte ich mit verschiedenen Namen - Leeway van Bastian, Bastian, Bastian Lee. Leeway van Bastian, Bastian, Bastian Lee.

Ein neues Element trat in meine Welt: der Grotrian-Steinweg Flügel - der ein entscheidender Teil meiner musikalischen Welt werden sollte.

In dieser Zeit schlug Thomas Anker vor, seinen Bruder, DJ Pepe Vargas, zum Dinner einzuladen. Er hatte seit Jahren mit seinen Live Events und DJ Partys Erfahrung und hat sein Publikum und hat bestimmt Ideen.

Während der Unterhaltung mit ihm tauchte ein Name auf:

Bastian Lee.

Und dann:

Bastian Lee Jones.

Thomas mochte den Namen sofort.

Ich zögerte zunächst. Fünf Silben erschienen mir etwas lang.

Der Name blieb.

Er klang international, ohne zu sagen woher ich kam.

Bastian Mit Bastian verband ich Deutschland.
Lee Mit Lee verband ich Indonesien.
Jones Mit Jones verband ich Irland und den anglophilen Raum.

Es gab auch einen anderen Weg, den Namen zu lesen.

Bastian war der Protagonist in Michael Ende´s "Die Unendliche Geschichte". The Neverending Story.
Lee kam von Bruce Lee.
Und Jones kam von Indiana Jones.

Drei Figuren, die in meiner Vorstellungswelt immer schon vorkamen.

Ob durch Biographie, Assoziation oder Instinkt brachte der Name plötzlich Teile zusammen, die sonst getrennt existierten.

Aus Cian Lee wurde Kian Lee.
Aus Kian Lee wurde Bastian Lee.
Und nun:

BASTIAN LEE JONES.

Die Suche nach einem Künstlernamen mit Nachhaltigkeit wurde zu etwas größerem.

Er wurde der Punkt, wo Biographie, Vorstellung, kulturelle Identität und künstlerische Ziele sich endlich zusammentrafen.

Von hier an öffnete sich ein neues Kapitel.